Folgende Tabelle stellt die Offenbacher Ortsgeschichte im Vergleich zur Geschichte im Allgemeinen dar. (wird lfd. vervollständigt) Stand: Dienstag, 21. Oktober 2003

 

Zeit

Offenbacher Ortsgeschichte

Geschichte Allgemein

Quelle

  ---

Über den Ursprung von Offenbach befinden sich in den Archiven keinerlei Aufzeichnungen. Nach der Endung ,,-bach" zu schließen, wäre dessen Gründung vielleicht schon in alemannischen Zeiten zu suchen, spätestens aber in der Zeit der Merowinger, da z.Z. Karls des Großen von unserem Offenbach als einer bereits bestehenden Siedlung gesprochen wird. Es ist anzunehmen, dass sich zu einem nicht exakt bestimmbaren Zeitpunkt ein Mann namens Offo angesiedelt hat, um dessen Hof herum sich dann noch mehrere andere gruppierten.

 

Einzelne Bodenfunde, die teilweise sogar ins 10. Jahrhundert vor Christus zu datieren sind, zeigen, dass die guten natürlichen Voraussetzungen unseres Ortes immer wieder Menschen angezogen haben. Etliche Fundgegenstände lassen auch römische Siedler vermuten, wie an anderer Stelle noch ausgeführt wird.

 

 

(Ernst Christmann, "Die Siedlungsnamen der Pfalz", Teil I S. 447 und Teil III

S. 21 § 10.)

 

784

Erste urkundliche Erwähnung

Urkundlich wird Offenbach erstmals im Jahre 784 erwähnt. als Warandus, dem neugegründeten Kloster Lorsch (an der Bergstraße) aus seinen Gütern zu Offenbach eine Schenkung machte.

Die Urkunde ist im Raverischen Hauptstaatsarchiv unter: Hochstift Mainz, \Literale 19, fol. 141, aufbewahrt.  

Transkription:

Donat(io) Warandi In Offenbach.

In Xpi ( = Chri = Christi) nomine. Sub die mensis Iunii anno xvi karoli regis. Ego Warand(us) p(ro) remedio anime mee dono ad s(anctum) (Nazarium) m(arty)rem, qui req(uiescit) in corp(or)e in monast(erio) Lauresh(amensi), ubi vener(abilis) Gundeland(us) abb(as) p(re)esse videt(ur), ii iumal(es) in Offinbacher marca, in pago Spirensi, stipulat(ione) subnixa. Actum in monast(er)io Laur(eshamensi) u(t) q(ua) s(upra).  

Übersetzung:

Schenkung des Warand in Offenbach.

In Christi Namen. Im Monat Juni im 16. Regierungsjahr König Karls schenke ich, Warandus, zu meinem Seelenheil dem heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Gebeine im Kloster Lorsch ruhen, dem der ehrwürdige Gundelandus als Abt vorsteht, zwei Morgen in der Offenbacher Gemarkung. im Speyergau. unter Einhaltung der vertraglichen Verpflichtung. Verhandelt im Kloster Lorsch usw.  

Randglosse:

Karol(us) Rex. Gundeland(us) abb(as)

König Karl. Abt Gundeland

Karl der Große, geboren 742, gestorben 814 zu Aachen, war der Sohn von Pippin dem Jüngeren. Er übernahm nach dem Tode seines Vaters im Jahre des Herrn 768 die Regierung und die Königskrone.

 

Zu der Zeit, als unser Heimatort zum erstenmal schriftlich erwähnt und somit seine Existenz bestätigt wurde, regierte König Karl im 16ten Jahre, wie auf dem Dokument zu lesen ist. 768 plus die besagten 16 Jahre ergeben die Jahreszahl 784.

ex Laureshamensis Nr.2159

800

Acbuton hat dem Kloster Fulda sowohl hier, als in anderenbenachbarten Ortschaften, ums Jahr 800 Leibeigene geschenkt. Es zählte früher zu dem kurpfälzischen Amte Landeck bei Klingenmünster, wo auch das Geschichtliche im Allgemeinen nachzusehen ist

  Der Frankenkönig Karl der große wird in Rom zum Kaiser gekrönt .

 

 

 

Schannat, Tradit. Fuld. 167

Acta Acad. Palat. III, 245

Aus: Michael Frey: Versuch eine geograph.=historisch statist. Beschreibung des kön.bayer. Rheinkreises, I.Theil Speyer 1836. C.F. Neidhard’s Buchhandlung S. 205 ff.

Heimatbuch S. 22 Mitte

900 936-973 regiert König Otto I., der Große ,das Reiche .

955 werden die Ungarn von Ottos Heer auf dem Lechfeld geschlagen .

Otto wird 962 in Rom zum Kaiser gekrönt .  

1000 Papst Urban II. ruft 1095 in Clermont zum Kreuzzug auf .

1099 erobert das vereinigte Ritterheer Jerusalem .Jerusalem wird ein christliches Königreich .

1100

Johann, Bischof von Speyer übergibt seine Güter zu Offenbach dem neugestifteten Kloster Sinsheim

 

Acta Acad. Palat. Tom. III, pag. 277 num XII

Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 21

1100

So verliehe auch Konrad von Riet (>Stammvater der Ritter von Rietburg bei Weiher) seine eigene Güter zu Offenbach und Altheim der Probstei Hert (>Hördt), worüber K. Heinrich VII. die Bestätigung (> 1159) ertheilet hat.

Auch Eusserthal erhielt hier vier Güter.

 

Ibid. Tom. II pag. 75, num. IX.

Acta Acad. Palat.II, 75, III, 277

1220

...das Rittergeschlecht die „Edlen von Offenbach“ werden erwähnt

 

Franz-Xaver Remling, Urkundenbuch I, Nr. 140, 150, 277 + 149

1233

... Ritter Albert von Offenbach

 

 

1235

Das Kloster Klingenmünster hatte die meisten Besitzungen und Gerechtsam an diesem Orte (Offenbach), wovon selbiges im Jahre 1235 den Pfarrsatz an das Speierische Domkapitel abtrat.

(> zunächst 1234 an Konrad von Dahn)

 

Trithemius, Chron. Hirsaug. Tom. I, pag. 561; Urkunde: Würdtwein, Subsidia diplom. Tom. V, pag. 280, mem. CII

Aus: Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 21

1248

Das Dörflein Altheim lag nächst dem Orte Offenbach. Denn der Abt des Klosters Sinsheim, Konrad hat im Jahre 1248 seinen Hof zu Altheim bei Offenbach dem Domscholaster zu Speier, Adelvolk, um 120 Mark feinsten Silbers verkauft.

Würdtwein, lib.cit. Tom. V, pag.293, num CXIII

Aus: Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 21 unten

 

Auf solche Weise erhielten die Stifter und Klöster den besten Theil der Güter, aber die Gerichtsbarkeit scheint damals schon zur Burg Landeck gehörig, und mit selbiger zu Lehen begeben gewesen zu sein, indem unter der Hauptverpfändung, womit Otto, Herr zu Ochstenstein im Jahre 1309 seine Besitzungen in dieser Gegend bestrickt hat.

 

Dto.

1249

Die Erwerbungen der Abtei Eusserthal in der hiesigen Marke sind besonders bedeutend.

Der Ritter Hugo von Offenbach und seine Gemahlin Lucgardis verkauften in derselben ihre sämtliche Güter in 1249 um 60 M. Silbers

 

Mon. Pal. III. 25-Subs. Dipl. X 291

1255

Auch schenkte der Ritter Hugo von Geigenheim (Rheingönheim) im Jahre 1255 der Abtei einige Güter zu Offenbach; desgleichen und bedingnißweise der Ritter Hugo Haffner von Bellheim und seine Gemahlin Petrissa in 1260 alle ihre hiesigen Güter.

 1254 schließen sich Städte am Mittelrhein zum Rheinischen Städtebund zusammen .

Note 25-N.S. dipl. XII. 169, 180

1256

Im Jahre 1256 hatten Hermann von Rietberg und Gemahlin Christina von Strahlenberg, nebst seinen drei Schwestern, Jutta von Magenheim, Elisabeth von Steinach und Susanna Gemahlin Rudolphs von Batzendorf, einige Praedien zu Offenbach und Altheim dem Kloster Eusserthal um 700 fl. (Gulden) Häller verkauft.

Auf ein hierunter verkauftes Gut haftete indessen der Edle, Hermann von Rietberg, dem Abte Godfried von Weißenburg mit einer Pfandschaft zu 50 M. Silbers. Diese hatte Eusserthal in 1261 nachträglich tilgen müssen.

 

 

1260

Hugo, ein Edelknecht, genannt Havenere schenkte im Jahre 1260 alle seine Güter zu Offenbach dem Kloster Eusserthal.

Von dem adlichen Geschlecht der Hafner von Wasselnheim vid. Schöpflin.

 

Idem. Würdtwein 1.c. Tom. X pag. 291, in not. 25;

Alsatia Illustr. Tom. II, pag. 705.

Aus: Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 21 Mitte

 

Heinrich von Nußdorf und der speierische Bürger Volzo veräusserten gleichfalls in 1260 ein Erbe von vier Waisen im Banne von Offenbach an die Eusserthaler Äbtei.

 

N. S. dipl. XII, 761

1262

Bis 1292 erscheint Ritter Ramung von Offenbach in verschiedenen Urkunden, so am 2. Mai 1270 als Zeuge bei einem Grundstücksverkauf.

 

 

1276

Ritter Eberhard von Offenbach, leiblicher Bruder des Ramung, war ab 1277 Domdekan zu Speyer. Er ist am 9. Mai 1289 verstorben.

 

 

1279

Auch vertauschte die Gemeinde Offenbach zur Beilegung eines Streits über die Allmändgrenze in 1279 die Allmände "am Sacke", von untern Bruel Gelphrat bis zum obern Theile desselben, an das Kloster gegen 30 ½ m. Acker und Wiesen, nebst 8 Holzrechten.

 

Mon. Palat. III. 39-N. S. dipl. XII. 177. 184. M 218

Heimatbuch S. 23 unten

1279

Auch hatten die Steigherren in Landau in der hiesigen Marke ihre leiningischen Stiftungspfründe durch Pabst Nikolaus IV. in 1279 bestätigt gesehen.

Alle diese Klosterhöfe und Güter besaß zuletzt Kurpfalz, Namens der ihr anheimgefallenen Klöster, und ließ sie durch die geistliche Verwaltung verrechnen.

 

 

1284

In 1284 nahmen der Ritter Abbelo von Offenbach nebst Gemahlin Christina den Eusserthaler Klosterhof am Brunnen zu Offenbach in Erbbestand gegen 8 Unzen Häller.

 

Mon. Palat. III. 128.

Heimatbuch S. 23 unten

1290

...Ritter Paulus von Offenbach

 

 

1296

Graf Eberhard von Sponheim soll im Jahre 1296 einen Theil der Burg Altheim dem Kurfürsten Rudolph überlassen haben, die als Oleanssches Allodialgut erscheint.

 

Kremer, dipl. Beiträge I. 189).

Heimatbuch S 23 Mitte

1309

Otto, Herr zu Ochsenstein verpfändet seine Besitzungen in der Gegend um Offenbach, das Dorf zur Hälfte.

 

Dto.

1341

Ein zweites Rittergeschlecht, das in Offenbach Güter besaß, waren die Herren von Enggaß. Sie tauchen im Jahre 1341 zum erstenmal in Offenbacher Urkunden auf. Da trotz aller Nachforschungen keine Behausung auszumachen war, muß angenommen werden, daß dieselben nur größere Ländereien in der Gemarkung Offenbach besaßen. Ihr Allodialbesitz ( = dem Lehensträger persönlich gehörender Grund und Boden, Freigut) war bis zum Jahr 1468 das halbe Dorf Knöringen bei Landau.

 

Arnold von Engaß war Besitzer der Rietburg, nebst den Dörfern Weiher & St. Martin, die er im Jahre 1389 seinem Schwager Hans Contzmann verkaufte.

Alle Namen der Ritter von Engaß hier anzuführen, ginge zu weit, nachdem anzunehmen ist, daß sie keine Offenbacher Bürger waren. Doch einige bemerkenswerte Fakten sollen nicht unterschlagen werden. So ist zu vermelden, "daß mehrere der Ritter von Engaß geistliche Ämter besaßen.

Egene v. Engaß war Dechant und Pfarrer zu Dörrenbach,

Johann von Engaß Domvikar zu Speyer,

Arnold von Engaß ist am 26. Hornung 1367 beim Bischof in Dienst getreten.

Zwei Söhne des Ritters Heinrich von Engaß waren in den Klöstern Klingenmünster und Selz. Als im Jahre 1454 Jörg von Engaß in das Stift KI. Münster als Conventual aufgenommen wurde, verzichtete sein Vater auf eine jährliche Gült von 621/2 Malter Hafer und 18 Batzen nebst 9 Pfennig Geld, die er vom Abte Bernhard und dem Convent des Stiftes Klingenmünster zu beanspruchen hatte. Dieser Verzicht wurde vor dem Gericht von Offenbach beurkundet und bezeugt:

von Ritter Heinrich von Engaß

u. a. auch von Hans O’leier, Schultheiß zu Offenbach und den Offenbacher Gerichtsschöffen

Contze Jagehorne, Hans von Heynen, Contz Byle, Hans Fünfschilling, Peter Godelmann, Hans Wage und Heintz Buwer 

 

Heimatbuch S. 18

Stift Klingenmünster, Urkunden Nr. 15

1369

Otto von Ochsenstein, als Klingenscher Lehensmann verkauft die Hälfte von Offenbach, als zu seiner Veste Meistersele gehörig an den Ritter Konrad Landschad von Steinach (Vitzthum von Neustadt), unter dem Vorbehalt des Wiederverkaufs.

 

Aus: Michael Frey: Versuch eine geograph.=historisch statist. Beschreibung des kön.bayer. Rheinkreises, I.Theil Speyer 1836. C.F. Neidhard’s Buchhandlung

Heimatbuch S. 23 oben

1379

Rudolphs Sohn, Friedrich von Ochsenstein, bewittmet (überträgt als Witwenversorgung) seine Gemahlin Elisabeth von Zweibrücken auf seine Hälfte in Offenbach (den Mitbesitz der Burg) und verkauft sie im Jahre 1394 dem Domstift Speyer.

 

Aus: Michael Frey: Versuch eine geograph.=historisch statist. Beschreibung des kön.bayer. Rheinkreises, I.Theil Speyer 1836. C.F. Neidhard’s Buchhandlung

Heimatbuch S. 23 oben

1382

Rudolph, Sohn des Otto von Ochsenstein versetzte (verpfändete) mit Bewilligung seines Bruders Ottemanns an Diether Kämmerer von Worms und Konrad Landschaden von Steinach im Jahre 1382 "Unser Dorf Offenbach by Landauw gelegen, mit Wasser, Walt, Weiden, Rechten, Bethen, Schultheisenamt, Vogtigericht, Frevel etc. für 1000 Gulden von Gold.

 

Gudenus, Cod. diplom. Tom. V, pag. 674 + 709, num. XCII.

Aus.: Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 21 unten

1394

Friedrich, Herr zu Ochsenstein verkauft die Hälfte das Besitzes dem Bischoffen von Speier, und so kam es mit dem ganzen Amt an Kurpfalz.

 

 

1416

Die Brüder Friedrichs von Ochsenstein, Johann und Vollmar verkaufen ihre hiesigen Besitzungen dem Domstift Speyer

 

Orig. Bip. II – Acta Acad. Pal. II, 14

Aus: Michael Frey: Versuch eine geograph.=historisch statist. Beschreibung des kön.bayer. Rheinkreises, I.Theil Speyer 1836. C.F. Neidhard’s Buchhandlung

Heimatbuch S. 23 Mitte

1454

Als im Jahre 1454 Jörg von Engaß in das Stift KI. Münster als Conventual aufgenommen wurde, verzichtete sein Vater auf eine jährliche Gült von 621/2 Malter Hafer und 18 Batzen nebst 9 Pfennig Geld, die er vom Abte Bernhard und dem Convent des Stiftes Klingenmünster zu beanspruchen hatte. Dieser Verzicht wurde vor dem Gericht von Offenbach beurkundet und bezeugt:

von Ritter Heinrich von Engaß

u. a. auch von Hans O’leier, Schultheiß zu Offenbach und den Offenbacher Gerichtsschöffen

Contze Jagehorne, Hans von Heynen, Contz Byle, Hans Fünfschilling, Peter Godelmann, Hans Wage und Heintz Buwer 

1453 erobern die Türken das byzantinische (oströmische ) Reich .

 

1470

Dieter von Enggaß, der Einarmige genannt, wird im Jahre 1470 als letzter männlicher Spross dieser Linie registriert.

 

Heimatbuch S. 20

1484

... Ebenso verschrieb sich in 1484 der Abt von Klingen, alle heimfälligen Ochsensteiner Lehen der Kurpfalz zu übertragen, und sah diesen vorgeschriebenen Fall schon im folgenden Jahre bei dem Erlöschen dieses Geschlechtes in Georg II. in Wirklichkeit übergehen.

Von diesem Heimfalle an ward sonach Offenbach zwischen Kurpfalz und dem Hochstifte in Gemeinschaft besessen, bis es durch den Austausch von 1709 dem Kurhause ungetheilt überlassen worden ist.

Die Verwaltungs-Weise hatte das Dorf mit Klingenmünster gemein als ein Bestandttheil des Landecker Unteramtes

Mit der " Hexenbulle " von Pabst Innozenz dem 8ten ordnet die Kirche die Bekämpfung der angeblichen Hexen an. Hexerei wurde mit Ketzerei gleichgesetzt . 

Aus: Michael Frey: Versuch eine geograph.=historisch statist. Beschreibung des kön.bayer. Rheinkreises, I.Theil Speyer 1836. C.F. Neidhard’s Buchhandlung

Widder, II.749 sq.

Heimatbuch S 23 Mitte

1489

1489 Jänner 27. : Jorg v. Engaß, Konventual des Benediktinerstiftes Klingenmünster, der wegen Ungehorsam und diverser Mißetaten ins Gefängnis zu Pleisweiler und Klingenmünster geworfen und nun mehr auf einem vom pfälzischen Kurfürsten Philipp gen Heidelberg gerufenen gütigen Tag - bei welchem ihn sein Bruder Friedrich von Engaß Kanonich zu Selz vertrat, -die Freiheit wieder erlangt hat -, schwört seinem Stift Urfehde.

SiegIer und Bürgen:

Der Aussteller, Friedrich von Engaß

Jakob Kranch von Kirchheim,

Arnold und Hans von Engaß,

Hans Holzapfel von Herxheim,

Heinrich Bock,

Diether Daman und Roder

Datum: Dienstag nach Conversionis Pauli

(Original Pergament mit 8 anhängenden zum Teillädierten Siegeln)

1487 erscheint der "Hexenhammer" - eine Sammlung aller punkte zum Hexenglauben mit Begründung zur Vernichtung der angeblichen Hexen .

 

Heimatbuch S. 19

1525

Kaum eine Landschaft hat so viele Burgen aufzuweisen wie die Pfalz. In den Dörfern der Rheinebene erhoben sich zahlreiche Wasserburgen, allein das Bezirksamt Landau besaß 32, wozu auch die zu Offenbach zählte.

Auch eine solche zu Altheim bei Offenbach wird erwähnt. Fast alle dieser Burgen liegen jetzt

in Trümmern oder sind völlig verschwunden.

Wie unsere Burg aussah und auf welche Art sie zugrunde ging, konnte leider nicht ermittelt werden. Es wäre denkbar, daß im Bayerischen Erbfolgekrieg im Jahre 1504 die Anlage zerstört wurde. Wahrscheinlicher jedoch dürfte der Bauernkrieg, der um 1525 unser Land verwüstete, der Verantwortliche sein. Fest steht, daß die wilden Horden, die in Mörlheim ihr Hauptquartier aufgeschlagen hatten, alle Klöster, die in Offenbach Besitzungen innehatten, plünderten und einäscherten, desgleichen 3 der hiesigen Klosterhöfe und 15 Wohnhäuser, deren Besitzer namentlich bekannt sind. Spätestens um diese Zeit dürfte unsere Burg das Schicksal der Herrensitze und Burgen der Südpfalz ereilt haben.

 

Nach Wilhelm Schoch wurden in den Kriegen des Kurfürsten Friedrich I. im Jahre 1470 9, im Bauernkrieg 1525 31, im 30jährigen Krieg von 1618 bis 1648 27, in den Reunionskriegen 1689 39 Burgen zerstört. Von manchen auf den Höhen sind noch Reste erhalten, die Wasserburgen der Ebene sind

ganz verschwunden; ihr Baumaterial hatte meistens für Bauernhäuser Verwendung gefunden. Von unserer Burg ist anzunehmen, daß sie zu den früh zerstörten gehört und womöglich beim Bau des Rathauses an der Ecke Obergasse -Hauptstraße im Jahre 1541 ihrer Nähe wegen als bequemer Steinbruch diente. Betrachten wir die Quader des Fundamentes, so ist eine solche Annahme nicht unbedingt von der Hand zu weisen.

Wo unsere Ritterburg stand, läßt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit rekonstruieren. Fest steht, daß sie eine Wasserburg war, und fest steht weiter, daß wir im Süden des Ortes zwischen den beiden Wasserläufen, dem Quotgraben, auch "Alte Queich", und dem Spiegelbach, auch Sonderbach genannt, eine kleine leicht erhöht gelegene Gewanne "Im Borch" besitzen.

Die Zufahrt zur Burg erfolgte über die Obergasse.

Klar und eindeutig steht im Güterverzeichnis des Erblassers Görg Hoffmann, "den die beiden Kinder Dorothea und Jacob zu gleichen Theilen im Jahre 1624 beerbt, wo die Burchgaß (manchmal auch Burckgaß) gewesen ist: „An liegenden Güllern so aigen seindt, Behaußungsantheil. Zwey Sechstige theil oder daß drillige theil an dem abgbränten Hofraide Platz zu Offenbach in der obergaB im BurkgäBel gelegen“.

 

 

Daniel Häberle: "Wüstungen der Rheinpfalz" (1921, S.47)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  U 125-608 L.ASp.Anno 1624

 

1542

Ottilie, Tochter des Ritter Dieter von Enggaß (genannt der Einarmige), geboren 1508, beschließt mit ihrer Heirat im Jahre 1542 mit Johann Hynschwert die Geschlechterfolge.

 

 

 

1587 Leibeigene

Aus der Landschreiberey Rechnung Germersheim befinden sich nachfolgende Dorfschaften vier Königs Leuth Anno 1587. Folio zur Bäth:

Schaid 10 Gulden / Rheinzabern mit Hatzenbühl und Höhna, Herxheim U. Weiher 5 Gulden / Hatzenbühl, Höhna, Rültzheim 5 Gulden / Steinfeld und Niederhorbach 2 Gulden / Gleißweiler 1 Gulden / Kapsweiher 1 Gulden / Leimersheim 4 Gulden / Kuhard 2 Gulden / Neipfotz und Ofenbach 2 Gulden

den 10. Appril 1790 überreicht: Lau, Schultheiß

Wendel Mülheißer diese Personen / Niclaus milheißer sind Churpfalz / Wendel Schmidt, der Reiter Leibeigen / Jacob milheißer / Simmon Schmidt / Conradts Schmidts frau Elisabeth diese sind / Melchior Gibts frau Margarethe Speyerische / Velten Hochdörfer anwalt Bischöfliche / Hanß-Jacob Schmidt Leib Eigene / Wendel Deeck / Wendel EßeIs deß Jungen frau / Urig Schwitzlers frau Anna ist Zweibrickisch Laibeigen. 

Folgen die Königl: PerBohnen weß Churpfalz früthen-

Gabriel Vomel sein frau Ottilia / Der Miller adtamm Welck sein frau Anna  /  Melchior Gibt  /  Andreas Klein /  Niclaus Jacob Schmidt sein frau Margaretha  /  Geörg Friedrich Röthig sein frau Margaretha  /  Hanß Milheißer und seine frau Anna  /  Hanß-Geörg Milheiser und seine frau Anna  /  Simmon Duthenhöffer undt sein frau apolonia /  Wendtel Schmidt der alt und seine frau Anna /  Wendel Schmidt des Reiters frau /  Wintzen Jacob  /  Velten Hochdörffers frau /  Velten Äckerts frau  /  Velten Hirsch  /  Jacob Vogels frau  /  Grögorius Stahlen frau  /  Hanß Paulen frau  /  Uhrig Hanß Theobald  /  Wendel Mülheißers frau  /  Wendel Schwartzen frau  /  Bläßgäßheimers frau  /  Hanß Geörg grigers frau  /  Velten Voll der Weber und sein frau weß Speyerischer früthen:  /  Hanß flick und seine frau  /  Theobald Schneider und sein frau  /  Conrad Schmidt  /  Hanß Weber  /  Geörg Maylender und sein frau  /  Wendel Eßel der Jung  /  Hanß-Jacob Schneider und sein frau  /  Niclaus Kuhn und sein frau  /  Jacob Drecky und frau  /  Casper Flick  /  Schwitzler  /  Hans-Jerg Eßell  /  Wendel Decken frau  /  Johannes Trauth et frau  /  Niclaus Trinkwein et frau  /  Hanß-Jacob Schmidts frau  /  Rudolf Glück et frau  /  Heinrich Drum et frau  /  Hanß Vogel et frau  /  Debelt Jacob et frau  /  Heinrich Lipp et frau  /  Georg-Jacob Hoffmann  /  Wendel Eßell der alt et frau  /  Wendel roth et frau  /  Allbrecht gibts frau Witib  /  Hanß Zimmermann et frau  /  Sirnon Schmidts frau  /  Jacob Milheißers frau Anna  /  Schultheiß Vollandt et frau Anna  /  Daniel Laubersheimer et frau annamaria  /  Pantel Ständter et frau anna Barbara  /  Jacob Sutzen frau Maria

AA 214-4796 StAL. 21. April 1697 U 125-2 L.A.Sp. 1612

LASp. Gern. A.U/125

 

A 214-4796 StAL. 21. April 1697 U 125-2 L.A.Sp. 1612

1599

Das Offenbacher Weistum von 1599.

Weistum, mhd. wistuom, bedeutet irn Mittelalter:

1. die Auskunft über geltendes Gewohnheitsrecht die in amtlichem Auftrag von rechtskundigen Männern bei den Gerichten, genossenschaftlichen Versammlungen (z. B. wohl in der Pfalz auch den Haingeraiden, den Waldbenutzungsgenossenschaften) und Reichstagen (als Reichsweistum) abgegeben wurde. Auch wenn ihr ein wirklicher Rechtsstreit zugrunde lag, erging doch die abstrakte Weisung. 

2. die in Grundherrschaften, Dorfgerichten und Märkerdingen üblichen Rechtsverträge, die durch Alteste oder Schöffenerstattet und seit dem späteren Mittelalter unter Mitwirkung der Obrigkeit schriftlich niedergelegt wurden. Sie hießen auch Taidinge, Offnung Rechtsbronnen oder Ehartrechte. 

Das Offenbacher Weistum, ein wichtiges und für die Geschichte der Gemeinde Offenbach höchst aufschlußreiches Dokument. 

 

Wasserschleben, Deutsche Rechtsquellen des Mittelalters, Leipzig 1892, S. 281 ff. Landesarchiv Speyer

1599

Die Obergasse endete beim Klingenmünsterer Obergut (heute Rosengarten), die Niedergasse etwa bei der Bäckerei Busch die Hauptstraße begann ca. 2 oder 3 Anwesen südlich der Obergasse und zog sich nach Norden bis ungefähr zur Enggasse, die nur ein kurzer Stummel war.  

Die verlängerte Hauptstraße, auch "Äußergass" genannt, dürfte Pate gestanden haben für die spätere "Äußergasse".  

Noch später (Ende 16. Jahrhundert) entstand das "Neue Dorf", nämlich die "Kappbachgass", die nur auf

der Südseite bebaut war. Wie wir sehen, lag Offenbach ursprünglich und auch mehrere hundert Jahre lang nur südlich der Straße Germersheim - Landau.

 

 

1600 1603 wird das Kontor der Deutschen Hansen in London geschlossen . 

?

Vor der Reformatioon hat zu Offenbach eine Pfarrei und zwei Kaplaneyen, eine zu U.L.F. und die andere zu St. Cyriak, Herxheimer Landkapitels, bestanden.

 

 

1602

Document: vom Jahr 1602, 4. Marty

Deren Königsleuthen Freiheiten, etwann vor Zeiten aus der Canzley HeideIberg also übergeben worden.

Alle herkommene freyheiten und gerechtigkeiten wer PfalzLeibeigenen Leuth die man Königs und St. PetersLeuth nennt, und in die Pfandschaft Germersheim gehörig, außer denen Alten Kayserlichen und Königlichen freyheiten gezogen. 

Item: Was Leuth ziehen aus dem Rother Gericht und über die hohe Straßen (die heutige B 272, d. V.), als nachher gegen Scheid und andere Dorf, sollen Altem gebrauch nach Königs Leuth seyn, und den freyen Zug darein. Und wider daraus hinter Männiglichen haben. 

Item: Welche Leuth aus der gemeindschaft Gutenberg dahien kommen Sollen., Auch also Königsleuth sein. und den freyen Zug hienüber und wieder herüber haben. 

Item: Was Leuth fürder ziehen aus der Pfalz dem Herzogthum, der Markkrafschaft. dem Stift Speyer, oder von anderen Namen orthen Herschaften in ogbemelden Dorf, sollen auch also KönigsLeuth seyn, und freyzügig darin und wieder in gemelden Herschaften haben. 

Item: Was Leuth aber hierher. also über Berg und Schiffreiche Wasser kommen. in obgemelden Dorfschaften Schaid oder andere ohnach folgende Herren in Jahr und Tagen Sollen Königsleuth sein, und ihren freyen Zug darin nieder = und wider daraus haben. 

Item: Alle und jede Leuth. die aus denen Reichsstädten kommen in alle vorgemelde Dorfschaften und andere, sollten auch also Königsleuth seyn und derselben freyheit genieBen. 

Item: Alle Pastarten und willfäng sollen Königsleuth sein, und sich derselbigen freyheiten gemäßen, in alle Weege ungehindert. 

Item: Was von Königsleuth geboren wurden, sollen Königsleuth sein. Und in allen denen seIben freyheiten auch ohne widersprechlich gehalten werden. 

Item: Allergestalt sollen alle St. Peter Leuth haben in denselben bezierg Kommenden wohnen die von Alle unterscheid ihr und alle wegen untereinander gewohnet und gedienet haben. 

Item: Alle Königsleuth und St. Peters Leuth sind von denen Leibeigenen Römischenreichs und Römischen Kayser und Königen sonderlichen mit kleichen freyheiten, und Rechten Privilegirt, und gefreiet. und mit ihren dienstbarkeiten gleicher Commenß und Recht versehen und begabet ungefehlig. 

Item: Gegen gemelden freyheiten sind dieß ungefehlig der Königs und St. Peters Leuthen dienstbarkeiten und dortigen beschwerden. 

Item: Zu dem ersten, so geben alle gemelde Königs und St. PetersLeuth Jährlichen miteinander in einer bemelden Summe Ihre besondere Bäth wornach derselbe ungefehrlich viel oder wenig sein, nach ihrem vermögen und ziemlichen dingen und ist solche Bäth etwa 50 Gulden oder höher gewesen, nach dergelegenheit der Leuth. 

Item: Folgendes so gibt ein jedes Königs oder St. Peters Mensch so ein obbemelder Häth begriefen auch ein dienstthun, oder nach Gelegenheit Geld dafür. 

Item: Stirbt aus gemelden Leuthen ein Mann, so ist ohne eines aus bestehaubt der fäll das mag ohngefährlich getheilet werden. 

Item: Stirbt ein Königs oder St. Peters Frau, so sollen ohne eines das beste Kleid die Höher werth sein, und ohngefährlich darnach getheilet werden. 

Item: Würde sich zu zeiten von Reichsweegen weisen oder Schatzung zutragen, so sollen gemelde Leuth weisen und Schatzung geben nach ziemlichen und billig diengen, wie andere Leuth im Reich. 

Item: Solle kein ferneres beschwerniß auf aller freyheiten zug und dienstbarkeiten obgemelder Leuthen, damit sie also allezeit ohnegeängstiget dabei bleibe und ihre Züg frey haben mögen, gelegt werden, ehndaß hat man auch also vor 10, 20.30.80. bis 100. Jahren und länger alleweegen herrlich gesprochen und bezeige das ein solches der Königs und St. Peters Leuthen alle freyheiten und herkomm ungerechtigkeit sein und sein sollen, alle dieng ungeäusert. 

Item: Würde aber einige Herrschaft oder obrigkeit. wer die wären obgemelden Königsleuth und St. PetersLeuth, wann derselben Herrschaften oder obrigkeiten unterthanen und verwanden in der Königs und St. Peter Leuth sich beziehen wolten, etwas in ihren freyheiten entziehen es wäre mit Leibeigenschaft abziehen ob Träger, habt Rechten oder Anderes dergleichen dienstbarkeiten und beschwörhung in was schein darin garnichts ausgenommen verhinderniß oder sonsten eintragen oder nicht folgen thun, so soll und mag derseIbigen herrschaften und obrigkeiten zugleich allergestalt obgemelder KönigsLeuth wegen Wann dieselben wieder hinder, solche Herschaft und obrigkeiten zugleich allergestalt obgemelder Königs Leuth wegen, wann dieselbe wieder hinder, solche herschaft oder obrigkeit ziehen wollen, wiederum mit allen und jeden dienstbarkeiten und beschwehrungen nachgefolgt werden, so lang und viel, bis dieselben Herschaften und obrigkeiten obgemelder Königs und St. Peters Leuth ihren freyheiten und zügen alle fälligen genügliche billige vergleichungen und erstattung thun, alles bei Pfand oder Straf Hochgemelden Kayserlichen und Königlichen freiheiten und Privilegium und sonderheitlich zu verbleiben. 

„daß dieses alles nun ex Authentico von worth zu worth abgeschrieben Collationirt und Aufcultirt den 14ten Marty Anno 1602. Doch auf befehl unsers großgeistigen gebütherden Juncker Friedrich Hosen von Waldecken, Churpfalz fauthen zu Lanecken, bekenne ich Petrus HaßeIestrauch gericht schreiber zu Offenbach mit dieser meiner eigenen Handschrift."

In fidem Copia: Theodoris,Amtschreiber 

Gem.Akt.LASp. U 125/26

Gem.Akt.LASp. U 125/26

1686

Die alte Kirche zu St. Ägidius war im Jahre 1686 den Katholischen abgetretten, die aber in der Folge nur den Chor behielten und den Reformirten das Langhaus, das im Jahre 1753 neu gebauet worden, überlassen haben.

 

Aus: Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 22 mitte

1697

 OFFENBACHER Specification 1697

Waß Bedte Chur = Und Fürsten Pfalz und Bistum Speyer vor herrlich = und Gerechtigkeits, allhier von alters Herbracht haben, auch die Gemeindselbsten an nutzungen Ebenmäßig hatt.: So Viel daß Dorff allhier zu Offenbach betrifft gehört solches in daß ambt Landecken unterm oberamt germersheim.

Gebott und Verbott        Hat Churpfalz zu gebüthen und zu verbitten den Vorzug, außer w aß der Bischoff inen Leuthen zum frohnd anzu Befehlen.

Peinlich Halßgericht      Wann Mallefitz Persohnen sich allhier Befinden werdten solche Nach Landecken Bedte Herren Verhaftung gebracht daselbsten mit ihnen gemeiner Landtsordnung gemäß Procediert Würd.

Setzung deß Schultheußen und Gerichts.           Schultheuß und gericht wird durch Fauthen zu Landecken -gesetzt = und Endtsetzt. Es sind 7 Gerichts Persohnen worunter sind 4 Pfälzische und 3 Speyerische diese mißen Churpfalz Fauthen vom Stift Landecken aidlich Schwehren und dem Speyerischen Keller vom St. magtenburg angeloben so viel die Speyerer 3 Schöffen anbelangt odter wann Einer abgeht.

Wildfäng und Pastardtfäll          Gehören Churpfalz allein zu Straff- germersheimer Landschreiberey undt förr Fauthey Rechnung. Raiß Folg und Musterung hatt Churpfalz allein.

Raißwagen.          Hießigdorff Offenbach, Insheim, Bornheim und Oberhochstadt haben von alters den raißwagen, sambt Pferd und Knecht Vermög alter DorfRechnung uff erfordern Churpfalz gestellt.

Frohn.          Die Unterthanen uff Churpfalz (Seiten) -fröhnen Churpfalz. Hingegen die uff Speyerischseiten (früthen) fröhnen dem Bischoff. Sie geben auch dem hauß Magten Burg für die Kuchenfrohndt 16 Gulden jährl. auf Pfingsten. Im Schweinhatz oder Hirschfaist seindt alle unterthanen Zu fuß schultig aufs Jagen zu erscheinen außer denen so speyrisch Laibeigen undt uff der speyrischen seithen wohnen.

Atz.           Churpfalz Fauthen uff Landecken 8 Gulden, 16 Kreizer, 1 ch ( = heller) Dem Ambtmann uff Magtenburg 8 Gulden, 34 X, 1 ch Vor ihren jährlichen Atz. wird von denen sambt!ichen unterthanen außer der Beeth Bezahlt.

Hagen und Jagen.          Gehört Churpfalz allein zu!

Frevel, Bußen und Straaßenfrevell.          Die Straaßenfrevel und Waldrügen gehören Churpfalz allein zu. DieGemeind Frevell Beedte Herren.

Erinnerungen.           Gehören der Gemeindt allein waß unter 20 Gulden ist. Ist es höher kombt in die Frevel.

Becker und Mätzger-Rügen          Hat die Gemeindt zu eigen, Bill auf 20 Gulden, ist das Vergehen höher wirdt eß in die Frevel Notiert.

Umbund Creizer Geld          Ist von 2 Jahren her obrigkeit!. angeordnet worden. Wirdt die Helfft Churpfalz die ander helfft dem Bischoff geliefert so hie: befohr sie gewesen, gibt die Ohm Wein 1/2 Gulden Umbgeldt und 10 Bazen Kreitzer Geld wird von denen Würthen und Hochzeiten eingezogen.

Schatzung und Steyer          Uff Churpfalz Königfrüthen wird die Schatzung Kurpfalz allein zum Ambt Landecken gelieffert. Von denen Ausmärkern undt anderen Leibeigenen wird die helfft auff Landecken und die andere helfft uff Madtenburg geliefert.

Beeth           12 Malter Korn, 20 Malter Haber werden halb uff Landecken und halb uff Magtenburg gelief. 92 Gulden Beeth, jedem Herrn 46 Gulden 3 Gulden Fauthgeld, jedem Herrn 11/2 G 10 Batzen Heugeld jedem Herrn 20 Kreuzer, 31/2 Gulden Bannwein jedem Herrn 7 Ort oder Fauthzentel Pfalz nur 1 Gulden 43 Kreitzer 41/2 fl. Bischofen 1 Gulden 3 orth tuth 1 Gulden 45 Kreitzer 1 Gulden 9 Batzen 8 Kreizer holzgeld uff Madtenburg

Groß und Klein zehnten          Vom groBen Fruchtzehndten hatt daß Stift Clingenmünster 2/3tell; die Pfaffen von Speyer l/3tel. Nota: Die Zehntenscheyer wie auch daß SchulhauB, sind beethe im Krieg abgebranndt und ist daß Stift Klingenmünster niederhof Platz gestanden. Hatt Churpfalz Keller zu Landau von des Sitfts gefällen zu erhalten. Wann der Zehnten in Natura eingezogen oder eingedahn wird müssen die Pfaffen ihren 1/3 teil Scheuer Verzinßen und müßen die unterthanen dem Zehnten Ambt daß Stroß heimführen treschlon undt andtere unkösten gibt Keller. und daß Thombstift

Der Kleine Zehnten betreffend:          Hat das Stüft Klingenmünster 2/3tel und die Pfarrey Offenbach l/3tel

Weinzehnten          Wird der Weinzehnten wie fruchtzehnten Eingethan und Kösten als Zehnt Kelterknecht Kelter Knecht, Kelter Kösten verrechnedt der Schaffner 1/3 in der Rechnung ab.

Zoll und Glait          gehört Churpfalz allein, Wie auch die Zoll Frevell Werden bey dem Ausschuß zu Germersheim QUARTALITER Verrechnet.

Haubt Recht            Vermög der Landtschreiberey undt hörfauthey Rechnung werden solche durch die ambtleuth zu Germersheim sambt der UngenoBen gedeytiget.

EinZug           Gibt ein Königs Persohn Churpfalz 10 Batzen andere aber so müt Königs-Leuth 3 Gulden der Gemeindt ein Jeder Persohn 3 Gulden, jeder Herr die Hälfft Sie seyen gleich Königlich oder Laibeigen auch 3 Gulden "Einzug"

Abzug und nach Speyer          Gehört Beedten Herrschafften Zu und Gebührt Chur Pfalz der 1/2 theil, die Uberige Helfft dem Bistumb Speyer.

Rauch Faßnacht und Leibs Hiener. { = Hühner)           Allhier geben die Unterthanen uff Chupfalz frühten Ein Mann undt frau 2 Hiener der Fauthey Landecken herren hier genanndt. Uff Martiny. Vor jedes Hun 10 Kreizer ist alters nitt so viel gewesen. Vor Alters aber nur 7 Kreizer darvor geben worden.Uff Speyerischer früthen Ebenmäßig vier Mann und Weib 21Hiener daß Stück a 7 Kreizer; ist vor alters auch nitt so Viel gewesen, Und sind Schultheiß und Kindbetterinen dessen befreyett: Uf Bodenfrühten da sie wohnen. Die Königsweiber geben Jetziger Zeit der Landschreiberey Germersheim Jährlich Martiny 1 Hun a 14 Kreizer vor alters auch nitt soviel gewesen, als nur 2 Batzen 6 Kr. geweBen ihr Nahme sindt dismahlen oben her unterzeichnendt.

Die Sambtliche Königs-Manns Persohnen           ergeben der Landschreiberey Germersheim Jährlich 2 Gulden Königsbeeth

Kirweys : und Standtgeldt          Eß gibt zu Offenbach Jährlich Uff Egidiustag eine schlechte Kirbey (Kerwe) daß Stand geldt so sehr wenig und gering, gebührt dem Schultheißen.

Wäidt Gang           Die Gemeinde Offenbach haU den Wäidtgang Zu genieBen in der ganzen gemarkung.

Ellen Maß Mäß = und Gewicht          Wird zu Edtesheim im Bitum Speyer Kirbweiler Ambts geholt wie vor alters.

Setzung der Pfarrer          Werden von Churpfalz Herren Kirchenräthe gesetzt gleichmäßig glöckner und Schulmeister. Nota: Waß Pfarrer Schulmeister undt Glöckner haben wirdt sich zu Heidelberg im Competentzbuch Befinden.

Waldung          Die Gemeind allhier Hatt Einen äigen Waldt. gräntzt mit dem oberendt an Merlheimer und Bornheimer gemarkung daß Niederorth Oberhochstatter gemarkung. Eüßerfrüth Bornheimer undt Essinger Gemarkung Innerfrüth die Queichbach undt Neun Morgen Wiesen. Darin hatt Churpfalz zu Jagen undt Hagen. die Gemeindt den Wäidtgang durch das Jahr undt Äckerig Zeiten. Auch Bauw undt Brennholtz Zu genießen, Jedoch würdte daß Langen Loch so genandt Biß noch dem Schweinehatz gudster Herrschafft Vorbehalten dene Wilten Schweinen zur Zeit lang Zum unterhalt oder Atzung. Wann ein Äckerig gerathet So gebühren dem Fauthen auf Landecken 2 Schwein und dem Keller uff magtenburg 2 Schwein einzu Schlagen.

Herrschafftliche Gebeü          Keine Andtere sind allhier, alß daß Churpfalz Verwaltung, daß Schuhlhauß und Scheüer so im Krieg abgebranndt Worden, hatt.

Fischerey          Eß sind keine Fischwäßer allhier alß die Queichbach woriber der Churpfalz Bachmeister zu Bellheim und forstknecht zu Mörlheim die Aufsicht haben. Wer mit füschen und Kräbßen betroffen wirdt: in die Waldtrüg geschrieben welche Churpfalz allein gehörig

Bauw der Kirchen und daß Pfarrhauß          Den Kirchthurm erhaltet die gemeind im Bau, daß Lang gebäü daß Stifft Klinenmünster. daß Chor daß Thomstifft Speyer. Daß Pfarrhauß und Scheyer ställ bawet und erhält daß Thombstifft Speyer. Anjetzo ist dass Pfarrhaus in ziemlichen Standt, vorhanden: aber kein Scheier und Ställ.

Gemeine gebeü{w)          Daß Rathauß stehet uff Speyerisch früten, Erhalt die gemeindt. die halbe vordter Mühl uff der queichbach mit einem gang. Die andere Helffte gehört Adtam welken. Gibt Jahrs Zinß die gantze Mühl 8 Gulden von 160 Gulden Capital der Schaffnerey Mörlheim Item 2'/2 Malter Haber 50'/3 ayer wasserZinß Churpfaltz Kellerey germersheim 1 Cappen der Schaffnerey. Nota Noch 2 die hinter und mitel mühl so ödt und abgebrandt daraus die obgedachte Kellerey germersheim 5 Malter Haber 1002/3 Ayer Wasserfall Jährlich hat t. So Biß hero Ungiebig Eß hatt zuvor der Miller von Zeiß Kämm solche ErlaubniB aber eß ist solches Widerrufen die halb Mäyrische Erben.

Fremde Herrschafften und vom Adtell          Waß die vor Gerechtig Keiten haben / Ihr Gnaden freyherr von Dahlberg / Der Spitaal Landau / Waß fremdte Briefl. Vorgefäll alß daß Thomstift Speyer undt sollstell Anderer geistl allhier haben ist vor Einem jahr außführlich Berichtet worden.

Gemeine Beschwehrten          Gäben Jährlich 2 Gulden bachzinB der Landschreiberey germersheim. Dagegen hatt Mann die queichbach Zu wäßerung der Wiesen Uff widerruf Zu genießen.

Rauch Haberen          Nota: Gleich wie Die sambte Dorfschafft weiß ambts Landecken sich wegen deß Rauch Habers so Erst Vor wenig Jahren gestritten: Herrschafft Verordtnet sich in einer SUBLICATION beschwehren.

Streüt und Irrungen          hießige gemeind hat kein Streütt.

 

 AA 214-4796-St.A.L

1709

Der Kern des Dorfes bestand ursprünglich und lange Zeit aus drei Straßen:

Obergasse. Niedergasse und Hauptstraße (Äußergasse).

Die Niedergasse erscheint in den Dokumenten zuerst als Ochsensteiner, dann als Churfürstlicher Besitz. Die Qber- oder Kirchgasse zuerst Zweibrücken-Bitsch. später Hochstift Speyer zugehörig, wurde im Jahre 1709 durch Austausch Churpfalz überlassen, so dass von nun an nur noch eines Herren Rechte zu beachten waren. 

D. h. bis zum Jahre 1709 war der Ort westlich der Hauptstraße katholisch, der östliche Teil war protestantisch.

 

 

1716

Specification

deren Leibeigene Gemeinsleuten zu Offenbach, Oberamz Germersheim welche im Jahre 1716 angegeben worden seynd. (fl. Xer)

Peter Hube von Offenbach seine Frau Anna Maria auB der Schweits                                  (3 15)

Rudolph Wollschlägre aus der Schweits, seine frau Anna Barbara von Wieblingen über Rhein her           (3 15)

NB zetieren 2 Gulden wegen der fanggulden Johann Adolphus zu Offenbach auB HeBen, seine frau Maria Eva von Heilingenstein zetiert                       ( 5 00)

Albrecht Anton von Harnbach seine frau Maria Schön von Offenbach                                                     (3 00)

Jacob Mock von Rohrbach und seine Frau, dieße zetieren die Fanggulden mit 2 Gulden und Leibzinßen          (1 15)

Michael Röller und seine frau Anna Maria, beede von Offenbach                                                   (2 15)

Daniel Rieth von über Rhein, seine frau Rosina von hier, zehtiert der fanggulden ex primus Census in Duplo  (2 15)

Chriestoph Trauth von Impflingen, Catharina seine frau von hier zehtiert den fanggulden curn primo Census Duplo (2 15)

Conrad Laubersheimer von hier, seine frau von Herxheirn     (3 15)

Johann-Jacob Lutz seine frau Eva Barbara von hier zehtieren die fanggulden                                                      (2 15)

Georg Konrad Gibt, seine frau Ottilia von hier             (2 15)

Dietherig Wagner deBen Eltern aus dem Odenwald, Eva sein Weib von hier Offenbach, zehtieren die fanggulden   (1 15)

Philipp Laubersheimer Salome seine frau von hier zehtieren die fanggulden wan die Eltern frembt waren.      (2 15)

Wilhelm Roth von über Rhein, seine frau Apolonia von Offenbach zehtiert der fanggulden                     (2 15)

Nicolaus Garrecht von hier, wittiber, zeht. den fanggulden     (1 34)

Wendel Schmitt von hier seine frau Elisabetha von Niederlustatt                         (3 15)

Engelhardt Flick von MünchhauBen ein Wittmann    (2 15)

Andreas Dörr Eva sein Weib, zeht. die fanggulden wan sie von Eltern fremd waren                           (2 15)

Nicolaus Starck von Rohrbach, Eva Catharina sein Weib v.Queichheim zeht. die fanggulden          (2 15)

Charle Vivil seine frau Marga auß der Bickardie, zeht. die fanggulden                                      (2 15)

Adolph/Weiß, Anna Maria sein Weib, beede von hier wann deren Eltern nicht von hier waren so zeht. die fanggulden                           (2 15)

deß adolphen Weißen Schwieger                     (2 00)

Andreas Wagner der Zöllner auß dem Odenwald sein frau Elisabetha von hier                                        (3 15)

Daniel Knochel seine frau Barbara, deren Eltern waren frembt zehtirt der fanggulden von beeden, wan des Knochels Eltern frembt waren.                                                                                                     1 15

Hanß Mactin WeiBer auß dem Allgay, seine frau von Fischling

zehtict die fanggulden                                                                                         2

Georg Wagner von AleBa auß dem Odenwald Elisabetha sein

Weib von Niederlustatt der GaBenwicth                                                         5 15

Jacob Geigenmüllers Wittib                                                                   2 15

Johann Valentin Geigenmüller und sein frau Eva zeht. die

fangguld.                                                                                                            2 15

Hanß Georg Wühle von Wirschen, seine frau Barbara, zeht,

d. fangg.                                                                                                              2 15

Theobald Schmit von hier und seine frau von hier, zeht, die

fanggulden sofern die Eltern fremd waren.                                                        2 15

Hans Valentin Gibt von hier, Eva sein Weib von Botzberg, zeht.

d. fg                                                                                                                     2 15

Matthias Kättler auß dem Elsaß seine frau von hier zehtiren

die fanggulden                                                                                                   2 15

Paulus Theobaldts Wittib von hier, dieBe iBt vor arm angesetzt

worden --

Frantz Inser von Herxheim, seine frau Apolonia von hier,

zeht. d. fg                                                                                                            2 15

Heinrich Hoffmann, Elisabetha sein Weib zehUren die fanggul-

den                                                                                                                       2 15

dafern deren Eltern nicht von hier seynd                                                            2 15

Jacob Wärner auß dem Algey sein Weib von Damheim,

zeht. die fangg.                                                                                                  1 25

Michel Garrecht sein frau Eva von Herxheim, wann des Man-

nes Eltern nicht von Offenbach waren, zeht. derselbe die fang-

gulden                                                                                                                 3

Johann ValenUn Roth und seine frau Anna Maria, zehUren die

fangg. wan dieselben oder deren Eltern frembt waren.                       2 15

Hanß Jacob Ulrich seine frau Catharina, beede von hier, wen

deren Eltern frembt waren zeht. die fanggulden.                                          2 15

Georg Stahl und seine frau Anna Maria beede von hier, wan

die Eltern frembt waren zethiren die fanggulden                                           2 15

Johann Georg Garrecht, sein frau Margaretha beede von hier,

wan die Eltern frembt waren zeht. die fanggulden                                           2 15

Hanß ValenUn Genßheimer und sein Weib beede von hier, wan

die Eltern frembt waren zeht. die fanggulden                                           2 15

Michel KeBel auß dem Algay seine frau von WieBloch über

Rhein her zehtat 1 Gulden                                                                  3 15

Lorentz Marette Catharina sein Weib, beede von hier, zeht. die

fanggulden wan die Eltern frembt waren.                                                    2 15

Wendel Schmitten Wittib, von hier hat nochnichts bezahlt --

Paulus Konrad auß Franken. Massa Catharina sein Weib, zehti-

ren                                                                                                                        5

Martin Müller von hier, zehtirt                                                                   3 15

Johannes Busch und sein Weib Johanna auß dem Bischthum

Speyerzehliren                                                                                                   5 15

Hermann Hilßendegen auß dem Cöllischen, Anna Maria sein

Weib. von hier                                                                                                   5 15

Johann Georg Gibt und sein Weib Anna. wan die Eltern frembt

waren zehliren die fanggulden                                                                          3 15

Henrich Stahl und sein Weib in das Brandenburgische gezo-

gen.                                                                                                                      --

Jacob Traut, Anna Margaretha sein Weib. beede von hier wann

deren Eltern frembt waren zehliren die fanggulden                                           3 15

Theobald Schätzer ein frembter, Anna Agatha sein Weib. deren

Eltern aus dem Elsaß waren                                                                         5 15

Philipp Mühlhäußer Maria sein Weib. eine frembte wan des

Mannes Eltern frembte waren, zehlire der fanggulden.                          5 15

Anna Elisabeth Schmitlin des Cornets Tochter aus Landau wel-

che mit Lorentz Stocker von Ottersheim geheirathet eß.

David Schilli Margaretha sein Weib auß der frembten Beede.                   5 15

Nicolaus Knochel sein Weib von hier                                                         3 15

Michel Bentz aus Schwaben, Susanna sein Weib von hier, aber

deren Eltern noch frembt                                                                                   5 15

Adoph Weiß Anna Maria sein Weib                                                      3 15

Johanna des Adolph Weißen Schwieger, von hier                                         2 15

Michel Fuchß auß dem Oberland, Eva sein Weib auch dorther   5 15

Daniel Knochel & Johann Mühlhäußer sind die Tochtermänner

des Vorgehenden. qui solvere Debent.

Johannes Druard von Höna qui ad, 1705 mortuus ed anno Anna

Maria sein Weib auch dorther                                                                        4 15

Andreas Weber ein Strohschneid, Ursula sein Weib auß

Bayern .                                                                                                               5 15

Matthes Bürkel der Strohschneid Catharina sein Weib, beede

auß Bayern                                                                                                         5 15

Jacob der alte Geigemüller auß der frembte. Eva Catharina sein

Weib                                                                                                                    5 15

Philipp Mock und sein Weib Anna Maria beede von Rohrbach                 5 15

Der alte Mock und sein Weib, beede frembte                                      5 15

Jacob Baum und sein Weib Ann Maria, beede aus dem Elsaß                             5 15

Ludwig Baum auß dem Elsaß und sein Weib Anna von hier                                 5 15

Theobald Garrecht und sein Weib Margaretha beede von hier

wenn deren Eltern frembt waren zehlire die fanggulden                           4 15

Nicolaus Knochel und sein Weib Catharina beede von hier                                 4 15

Jacob Knochel und sein Weib Anna Catharina über Rhein her

(Die erste Frau war auß Welschland, welche vor 17 Jahren

gestorben, der Anwalt Theobald Knochel war deren Sohn.)                         5 15

Jacob Oll und sein Weib Catharina beede von hier, beede nach

der letzten Belagerung gestorben. ( = 1713/14 d. V.)                                        2 15

Peter Lutz von hier, Elisabetha sein Weib von Niederlustatt,

der Mann ist gestorben.                                                                                          3 15

Caspar Paul von hier Anna Maria sein Weib von Bornheim

wenn deren Eltern frembt waren zeht. die fanggulden                           3 15

Jacob Vogel, welcher vom Neuen Land wiederkommen iB, war

zu vor dahier Bürger gewesen. Die frau ist gestorben.                            3 15

Peter Brucker und sein Weib Barbara, beede von hier                                 2 15

Hantz GaB zu Bornheim u. Essingen gewohnt und sein Weib

Anna von hier.                                                                                                   3 15

Valentin GruBe und sein Weib Anna Maria von hier wan deren

Eltern frembt waren zehtiren die fanggulden                                           2 15

Albert Lösch, Rachael sein Weib von über Rhein her                              4 15

Augustin Geißler ein Welscher, Barbara sein Weib, wan der

frauen Eltern frembt waren zehtirt der fanggulden                                           3 15

Conrad StroBer und sein Weib, beede gestorben. die Kinder

müßen den Rückstand zahlen.                                                                  2 15

Jacob Hoffmann der Junge, welcher ein Tochter vom StroBer

hat, (die Erstere frau dieses Hoffmann ist gestorben, Ottilia sein

zweite frau ist von hier).                                                                                            3 15

Georg Fath iß gestorben vor der letzten Landauer Belagerung,

dessen Frau Margaretha hat Bastian Coll, welcher zuvor zwei

Weiber gehabt hat.                                                                                        5 15

Hernich der Alte Preisch und sein frau Elisabeth, beede gest.                           5 15

Urbanus Huber aus Schwaben, dessen frau aus Welschland sol-

len um Gottes willen begraben worden sein. --

Der catholische Schulmeister und sein Weib, Catherina, beede

von Weiher                                                                                                        5 15

Jacob Maulbecker und sein Weib aus HeBen                                   5 15

Jacob Hochdörfer der Alte, und sein Weib, beede gestorben

vor vielen Jahren.                                                                                               5 15

Daniel Hochdörfer, Sohn des Vorigen muß zahlen. wie auch

dessen Schwester

Jacob Schmitt der Hochdörferin Stiefvatter hat des Daniel

Hochdörfers Mutter geheirathet welche nacher Rohrbach

gezogen                                                                                                              4 15

Johann Wendel Gibt Margaretha sein Weib beede von hier

wan deren Eltern frembt waren zethiren die fanggulden                           3 15

Georg Bohler, Eva sein Weib beede von hier der Mann gestor-

ben Der Bohler welchen man nur den Zeckerle genennt hat,

und sein Weib dießer iß tempore admody gestorben, deßen

Tochter hat einen Weber geheirathet, welche dar Vor stehen

muß, namens Mühe.                                                                                   3 15

Daniel Knochel Vatter mit Nahmen Martin Knochel iß auch

selber Zeit gestorben zehtirt                                                                               3 15

Theobald Knochel und dessen frau und wan der frau Eltern

frembt waren zehtirt der fanggulden                                                          4 15

Peter Schweickarth auß dem Oberlandt sein Weib von hier

wan deren frauen Eltern frembt waren zehtirt der fanggulden

von selber des Schweickarths frauen nemblich.                                 4 15

Des sogenannten Lorentz deßen frau Ami genannt wird Similä-

ter raonne des fanggulden nicht zu vergeßen dahero er selber

kein fanggulden schuldig seyend.                                                                               3 15

Itzig der alte Jud mit seinem Weib alß frembter zehtirt                     5

Aißick der Jud mit seinem Weib zehtirt auf gleiche weis                        5      

Alle zusammen schulden Gulden                                                                          307.49

Es folgt noch ein längerer Bericht über die Orte im Goßersweyler ThaI,

Dörstein, Schwanheim, Stein Fölckersweyler und Goßersweyler, Klingen-

münster, welche auf dieselbe Art besteuert seyend.

Unterzeichnet:

.Ganzhorn

Im Gegensatz zur Aufzeichnung vom 21. April 1697 ist festzustellen, daß

die Zahl der Leibeigenen stark angestiegen war.

U 125-26 LASp.

1765

Die Lutherischen haben im J. 1765 den Reformierten ihre vorige Kirche abgekauft, sind aber nur Filialisten der Pfarrei Germersheim.

Am großen Zehnten bezieht die geistliche Verwaltung zwei Drittel, und das Speierische Domkapital das übrige; am kleinen gedachte Verwaltung ebenfalls zwei und der Pfarrer des Orts ein Drittel, der Schulmeister aber seinen besonderen Glockenzehnten.

 

Aus: Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 22 Mitte

1765

Die Gaulgasse, meistens "Gaylgasse" geschrieben, als Verbindung von Niedergasse und Kapbachgasse findet sich im Jahre 1765 erstmals in den Akten.

 

 

1785

Ungefähr zweihundert Schritte vom Dorf lauft die Queich nordwärts vorbei. Daraus sind einige Abflüsse in diese Gegend geleitet, wovon einer durch das Dorf nach Ottersheim und Knittelheim ziehet und in der Offenbacher Gemarkung drei Mahlmühlen treibet. Ferner gehet eine Hauptlandstraße durch das Dorf vom Rhein nach Landau.

Darin zählte man 208 Familien, 1.128 Seelen, 3 Kirchen, 2 Schulen, 184 bürgerliche Häuser nebst drei Mühlen.

Die Gemarkung enthält 2.269 M. Aecker, 587 M. Wiesen, 70 M. Gärten, 120 M. Weide und 150 M. Wald. Unter den Feldgründen sind jene Güter und Höfe begriffen, welche die Klöster Hert (>Hördt), Eussersthal und Klingenmünster schon vor mehreren Jahrhunderten besessen haben.

Die Waldungen stehet der Gemeinde zu, und ist der Bellheimer Forsthute untergeben.

 

Aus: Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geograph.-Historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rhein – Zweyter Theil, Frankfurt u. Leipzig 1785, S. 496 ff.

Heimatbuch S. 22 oben

Ca. 1800

Der ehemalige "Fünfmorgenweg" avancierte zur "Neugasse" und verdankt seinen Namen den vertriebenen Bildbergern, die sich dort ansiedelten. Einige gaben dem Niedergassenende den Vorzug. 

 

 

1803

Die Kirche zu St. Ägidien, mit Plebanie. Frühmesserei und Kaplanei in der Kapelle U. L. F. und der Kapelle des h. Cyriacus ohne Benefizium, zählte vor und nach der Reformation zum Landkapitel Herxheim, kam in 1803 zum Dekanate Edenkoben und in 1822 zu dem von Landau. „Sie war in 1686 den Katholiken abgetreten, jedoch in der Folge deren Langhaus den Reformirten wieder eingeräumt worden, um später den Ersteren abermals ungetheilt überlassen zu werden“.  

 

 

1816

Als die Pfalz 1816 dem Freystaat Bayern angegliedert worden war, durfte der Bildberg wieder Wohnstraße werden.

 

 

1822

Die Kirche zu St. Ägidien, mit Plebanie. Frühmesserei und Kaplanei in der Kapelle U. L. F. und der Kapelle des h. Cyriacus ohne Benefizium kommt im Jahre 1822 zu dem Dekanat Landau.

 

 

1836

Zur Gemeinde rechnen die Offenbacher- oder Narrenmühlen auf der Queich, nebst der weiter unten gelegenen Neumühle, gegenüber der Fuchsmühle, welche zu Oberhochstadt zählt.

 

Michael Frey, 1836, S. 205 ff.

1896

Die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Landau - Herxheim im Jahre 1898 animierte baulustige Bürger, sich in der Nähe des neuen Bahnhofes "häuslich" niederzulassen, so daß dieser ehemalige Feldweg mit Straßengraben und Obstbaumbestand nach und nach zur Dorfstraße wurde. 

 

 

 

Um 1900

Um 1900 reichten die Wohnstätten auf dem „Bildberg“ (in der Essinger Straße) bereits über die Jakobstraße hinaus.

 

 

 

Nach 1930

In den frühen dreißiger Jahren entstand die Siedlung mit dem Mühlweg, der Jahnstraße und der Gartenstraße. Die letzten Häuser der Essinger Straße befanden sich nun schon vor den Toren der Mühlen, die um 1910 noch als Einöden" registriert wurden.